Ihr seid jetzt traurig,

aber ich werde euch wiedersehen.

Dann wird euer Herz sich freuen,

und eure Freude wird euch niemand nehmen.



Johannes 16, 22

Dr. med. Martina Varga-Wagner
Ärztin für Allgemeinmedizin
Diplom für psychosoziale und psychosomatische Medizin



Trauerbegleitung und Trauerbewältigung

Was ist Trauer?
Trauer ist ein seelischer Schmerz, der eintreten kann, wenn einem Menschen etwas verloren geht. Trauer kann sich in zwei verschiedenen Arten zeigen. In heftigem Weinen und lauten Klagen oder aber in Verstummen und Insichgekehrtsein bis zur Versteinerung des Gefühlslebens.

Die Phasen der Trauer

Erste Phase Nicht-Wahrhaben-Wollen
Zweite Phase Aufbrechende Emotionen
Dritte Phase Suchen, finden, sich trennen
Vierte Phase Neuer Selbst- und Weltbezug

Aufgelöst und gestillt wird durch die Tränen der Schmerz.

Ovid (43 v. Chr. – 17 n. Chr.)

Jede Trauer ist anders – Wut, Aggression, Schuldgefühle, körperliche Beschwerden (wie z. B.: Müdigkeit, Leere, Herzklopfen, Depressionen, Ängste)

Weitere Phasen:

  1. Leugnen
  2. Wut
  3. Schuldgefühle
  4. Desorganisation
  5. Feilschen und Verhandeln, Hadern mit Gott
  6. Depressionen
  7. Angst
  8. Akzeptanz

Emotionale und spirituelle Bedürfnisse

Trauer Schmerz, nicht nur psychisch sondern auch physisch → Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Magenschmerzen, Brechreiz „Krank vor Trauer und Schmerz“ → Medikamente!

Fröhlichkeit ist nicht die Flucht vor der Traurigkeit, sondern der Sieg über sie.

Gorch Fock, eigentlich Johann Wilhelm Kinau (1880 – 1916)

Sterbebegleitung und Trauerarbeit

Ablauf und Möglichkeiten der Trauerbegleitung:

Gespräche

Körperliche Bewegung

Entspannungsübungen

Massagen und Streichungen

Aromatherapie

Räuchertherapie

Meditation

Autogenes Training

Träume

Ziel und Zweck meiner Arbeit:

Emotionsmanagement

Trauern als Prozess erkennen und bearbeiten 

Abklärung somatischer Beschwerden

Erstellung eines Traumtagebuchs und dessen Besprechung

Die Vision meiner Arbeit:

Ein „mit dem Schmerz umgehen können“ und die Sinnfindung im weiteren Leben.

 

Wann Trauerarbeit erfolgreich abgeschlossen ist, ist unsagbar schwer zu messen. Ich versuche, den Trauernden ein gewisses Handwerkzeug mitzugeben, damit sie lernen mit der Situation umgehen zu können.

Jeder Trauerprozess ist sehr unterschiedlich und individuell. Pft wird auf den Tod eines Menschen mit Verdrängung reagiert. 

Es kann auch sein, dass die Trauer zum Trauma wird, wenn der Trauernde nicht genügend Ressourcen zur Verfügung hat, um sie zu bewältigen. Dann kann eine Psychotherapie oder eine medikamentöse Behandlung notwendig werden. 

Der Trauerprozess braucht Zeit. Der ganze Jahreszyklus mit Weihnachten, Ostern, Geburtstagen, Urlaub, usw. muss mindestens einmal allein durchlebt werden, um den Trauerprozess abschließen und das Leben in seiner neuen Qualität wieder voll zu genießen. 

Trauer als Chance für einen Neubeginn.

– Ein neuer Anfang –